FAQ
FAQ steht für englisch frequently asked questions,
oft gestellte Fragen.
Hier beantworten wir häufige Fragen aus der Praxis.
- Schwierigkeiten beim Auflösen von Schellack?
- Das Pigment lässt sich nicht benetzen?
- Pigment oder Farbstoff?
- Kerzenwachs einfärben
- Geprillte Pigmente
- Pinsel reinigen
- Behandlung von Küchenarbeitsplatten aus Holz
- Prozentangaben in Rezepten
- Lichtechtheit
- Reinigen von Reibschalen, Platten und Läufern
- Farbflecken aus Kleidung entfernen
- Kremer Leinöl und Walnussöl als Salatöl?
- Warmleime
- Kremer Pigmente für Seifen und Kosmetik?
- Aquarellfarbe in Näpfchen füllen
- Wie bekomme ich Ölfarbe in die Tube?
- Fluoreszenz und Phosphoreszenz
- Aufbewahrung und Lagerung von Pigmenten
- Farbteige
- Selbstentzündung von Leinöl und anderen trocknenden Ölen
- Bindemittelbedarf von Pigmenten
- Verbrauch/Korngröße/Farbe
- Haustiere und Farben
- Arbeitsschutz
- Eignung prüfen!
- Farbton von Pigmenten
- Trocknung von Ölen
- Exotenhölzer ölen?
- Eisenkonservierung mit Cosmoloid H 80
Schwierigkeiten beim Auflösen von Schellack?
Bitte prüfen Sie, ob Sie das richtige Lösemittel verwendet haben. Wir empfehlen nur wasserfreien Ethylalkohol (99%ig) (oder Isopropanol, geht etwas schlechter) zu verwenden. Schellack löst sich nur teilweise in wasserhaltigen Alkoholen, die Lösung wird trübe. Der Schellack sollte trocken und kühl gelagert werden, da er sonst verklebt (blockt) oder sich durch Einwirkung von Feuchtigkeit nicht mehr ordentlich löst. Manche Schellacksorten, insbesondere die gebleichten, wachsfreien Sorten, können schwerlöslich werden, wenn sie überlagert sind.
Das Pigment lässt sich nicht benetzen?
Einige Pigmente, insbesondere die synthetisch-organischen Pigmente, aber auch Tagesleuchtfarben, Kasselerbraun oder Miloriblau lassen sich nur ungern mit Wasser benetzen. Versucht man diese Pigmente in Wasser einzusumpfen oder anzureiben, schwimmen sie wie Fett oben auf. Alkohol (Ethylalkohol, Isopropanol) oder ein Netzmittel (z. B. Orotan 731 K) verringern die Oberflächenspannung und erleichtern das Verarbeiten des Pigmentes.
Pigment oder Farbstoff?
Weit verbreitet ist die Verwechslung von Pigment und Farbstoff. Pigmente sind in Lösemitteln und Wasser unlösbar, sie verhalten sich etwa so wie ganz feiner farbiger Sand. Farbstoffe lösen sich im Binde- oder Lösemittel auf, man kann sich das vorstellen wie Zucker im Kaffee. Durch die fein verteilten Pigment erscheint die Mischung getrübt. Farbstoffe ergeben eine transparente Lösung. Da Farbstoffe viel kleiner sind als Pigmente, sind sie meist auch weniger lichtecht. (zum „Auflösen“ von Pigmenten siehe auch: Das Pigment lässt sich nicht benetzen?)
Kerzenwachs einfärben
Zum Einfärben von Kerzenwachs sind nur Farbmittel geeignet, die für Kerzen zugelassen sind. Kremer Pigmente bietet hierfür die Wachsfarbstoffe 35300 Fettrot 5B02 und 35350 Macrolex® Violett B an.
Geprillte Pigmente
Die XSL-Pigmente, Irgazinorange 23178, Irgazinrot 23179 und einige andere besonders feine Pigmente sind geprillt, um Staubbildung zu vermeiden. Prills sind kleine Kügelchen, ähnlich wie man sie von Waschpulvern kennt. Die XSL-Pigmente lösen sich sozusagen selbsttätig auf, wenn sie mit Wasser in Kontakt kommen, andere Pigmente müssen angerieben werden, um die Körnchen aufzubrechen (z. B. die BRISTOL-Gelbs 43101, 43111, 43131 Bristolgelb, 43940 Wismutgelb oder 47100 Beinschwarz aus Knochen).
Pinsel reinigen
Zur Reinigung von Pinseln bei Verwendung von wässrigen Bindemitteln oder Ölfarben empfehlen wir Marseiller Seife in Würfeln (78045). Diese Olivenölseife wirkt leicht rückfettend und pflegt Naturhaare und Borsten. Pinsel, die mit Acryldispersionen verwendet wurden, müssen sofort nach Gebrauch ausgewaschen werden. Angetrocknete Acrylfarbe kann mit Dowanol PM erweicht werden. Bei lösemittelhaltigen Kunst- oder Naturharzlacken kann man gebrauchte Werkzeuge nur mit den entsprechenden Lösemitteln reinigen.
Behandlung von Küchenarbeitsplatten aus Holz
Für Küchenarbeitsplatten und Küchengeräte aus Holz sind Lacke wie das Harttrockenöl, Tungöllack oder mit Schwermetallen sikkativierte Öle (z. B. Leinölfirnis) grundsätzlich ungeeignet. Lacke können absplittern und die Splitter landen im Essen. Leinöl ist nicht geschmacksneutral, daher empfehlen wir zum Ölen von Küchenarbeitsplatten, Schneidbrettern u. ä. nur unser raffiniertes Walnussöl 73500.
Prozentangaben in Rezepten
Prozentangaben in Rezepten beziehen sich meistens auf Gewichtsteile, seltener auf Volumenteile. Eine 15% Lösung von Paraloid B 72 in Ethylacetat besteht aus 15 Gewichtsteilen Paraloid und 85 Gewichtsteilen Lösemittel.
Lichtechtheit
Zwischen 1910 und 1923/24 entwickelte Höchst ein Verfahren zur Messung der Lichtechtheit, indem man die Farbstoffe mit einem mit Indigo gefärbten Standard verglich. Dieses Verfahren wurde zuerst für die Färbung von Textilien entwickelt. Die Lichtechtheits-Vergleichsmessung mit der sogenannten Wollskala ist heute international üblich. Die Wollskala gibt die Lichtechtheit in Werten von 1 (schlecht) bis 8 (sehr gut) an, wobei Stoffe mit einer dem Indigo vergleichbaren Lichtechtheit den Wert 8 erhalten, auch, wenn Sie lichtechter sind als Indigo.
Reinigen von Reibschalen, Platten und Läufern
Wir reinigen unsere eigenen Reibschalen, Marmorplatten und Läufer entweder mit Scheuermilch oder einfach mit etwas Marmormehl und Wasser. In hartnäckigen Fällen (organische Pigmente, Miloriblau) hilft am besten Marseiller Seife und ein Topfreiniger-Schwamm.
Farbflecken aus Kleidung entfernen
Ölfarben entfernt man am besten sofort aus Kleidungsstücken, indem man die Farbe erst mit einem trockenen Tuch abnimmt, dann sofort mit Wasser und Amytis oder Seife (Marseiller Seife, Gallseife) einreibt und so bald wie möglich in die Waschmaschine gibt. Handelsübliche Fleckentferner oder Lösemittel können manche Stoffe entfärben oder Ränder bilden. Flecke von getrockneten Acryldispersionen und Kunstharzlacken können eventuell mit Dowanol PM gequollen oder gelöst werden, allerdings lösen sich dabei auch manchmal die Farben des Stoffes und es bleibt ein Fleck zurück.
Kremer Leinöl und Walnussöl als Salatöl?
Kremer Pigmente verkauft Produkte für die Restaurierung, die Kunstmalerei und andere Handwerke. Die Öle, die Sie bei Kremer Pigmente kaufen können, sind nicht zum Verzehr geeignet, auch nicht das kaltgeschlagene Leinöl oder das raffinierte Walnuss öl!
Warmleime
Knochenleim, Hautleim, Hasenleim, Gelatine und Hausenblase sind Warmleime. Diese müssen zuerst in Wasser vorgequollen werden (wie Gummibärchen, die man in Wasser gibt) und dann im Wasserbad erwärmt werden. Die Temperatur soll dabei 60°C nicht übersteigen. Wird der Leim gekocht, verliert er an Elastizität und Klebekraft. Beim Abkühlen wird der Leim gallertartig fest. Beim Erwärmen verflüssigt er sich wieder. Warmleime verderben nicht so schnell, wenn die Leimlösung im Kühlschrank aufbewahrt wird. Durch die Verwendung von abgekochtem Wasser oder den Zusatz von 0,5 % Konservierungsmittel 78744 Biodocarb kann die Haltbarkeit verbessert werden. Wandfarben mit Warmleim als Bindemittel bleiben dauerhaft mit Wasser quellbar und müssen vor der Neubeschichtung abgewaschen werden.
Kremer Pigmente für Seifen und Kosmetik?
Wir weisen darauf hin, dass unsere Produkte als Künstlermaterialien, für Handwerker und Restauratoren gedacht sind und nicht für kosmetische Anwendungen. Manche Produkte können Allergien auslösen, wenn sie auf der menschlichen Haut angewendet werden. Für die Verwendung in Lebensmitteln oder Kosmetika werden an die Abfüllung und Handhabung erhöhte Anforderungen gestellt, die wir nicht erfüllen können. Ferner können wir die für kosmetische Anwendungen erforderlichen Analysenzertifikate für unsere Pigmente nicht ausstellen. Kremer Pigmente kann für kosmetische Anwendungen keine Garantie gewähren.
Aquarellfarbe in Näpfchen füllen
Für selbst angeriebene Aquarellfarben bietet Kremer Pigmente leere Aquarellnäpfchen an. Um diese zu befüllen, sollte die Farbe so flüssig sein, dass man sie in einfache 10ml-Spritzen (Apotheke oder Laborbedarf) ohne Kanüle aufziehen kann. Dann kann man die Farbe ganz einfach mit der Spritze aufbewahren und in dünnen Schichten in die Näpfchen füllen und eintrocknen lassen. Wenn die Aquarellfarbe beim Trocknen reißt (zu wenig Bindemittel) oder nicht trocknet (zuviel Bindemittel), muss das Rezept modifiziert werden.
Wie bekomme ich Ölfarbe in die Tube?
Das Befüllen und Verschließen von Ölfarbtuben ist ganz einfach, erfordert aber etwas Übung. Die Ölfarbe wird zu einer dicken Paste angeteigt. Die Farbe sollte eine ähnliche Konsistenz haben wie Spritzgebäck-Teig. Die Tube wird vorne aufgestochen, damit die Luft entweichen kann. Die Ölfarbe wird dann auf ein Stück Butterbrotpapier geben und wie beim Zigarettendrehen zusammengerollt, und zwar so, dass das Papier etwas schmäler ist als die Tube. Nun wird das gerollte Papier mit der Ölfarbe ein Stückchen weit in die Tube geschoben und die Tube mit dem Papier auf eine feste, gerade Unterlage gelegt. Mit einem kurzen Stück Holz, etwa vom Durchmesser eines Besenstiels und ca. 15 cm lang, rollt man von hinten her über das Papier. Dabei wird die Ölfarbe in die Tube gepresst, bis sie an der Tubenöffnung zu sehen ist. Jetzt kann man die Tube zuschrauben und mit dem Holz noch etwas nachdrücken. Beim letzten Stück wird die Tube vom Holz automatisch etwas plattgewalzt. Jetzt muss das Papier vorsichtig aus der Tube gezogen werden. Nun wird das Tubenende mit dem Holz noch einmal gut plattgerollt, die Ränder um eine Kante (z. B. von einem Palettmesser oder Spachtel) geknickt und wie bei einer Cremetube umgeschlagen. Den Tubenfalz mit dem Holz oder einer Zange noch einmal fest zusammendrücken.
Fluoreszenz und Phosphoreszenz
Kremer Pigmente bietet verschiedene Leuchtpigmente und fluoreszierende Farbstoffe an. Grundsätzlich unterscheidet man hierbei nach der Art des Leuchteffekts.
Phosphoreszierende Pigmente sind Stoffe, die nach Lichtanregung einige Zeit im Dunkeln nachleuchten (Nach-Leucht-Pigmente, 56500-56650).
Fluoreszierende Pigmente oder Farbstoffe hingegen leuchten während der Anregung durch ultraviolettes Licht. Hierzu gehören die Tagesleuchtpigmente (56000-56450), die Nach-Leucht-Pigmente 56500-56650 (diese sind fluoreszierend und phosphoreszierend), die Lumogen F-Farbstoffe (94700-94739) oder die anorganischen Fluoreszenzpigmente (94756 und 94758).
Die Lichtechtheiten der fluoreszierenden Farbkörper sind nicht mit Pigment-Lichtechtheiten vergleichbar. Bitte beachten Sie hierzu auch die Detailinformationen zu den einzelnen Produkten. Für die Verarbeitung phosphoreszierender oder fluoreszierender Pigmente ist ein transparentes Bindemittel nötig. Sofern man die Fluoreszenz der Pigmente nutzen möchte, darf das Bindmittel nur sehr wenig UV-Absorber enthalten!
Aufbewahrung und Lagerung von Pigmenten
Pigmente haben kein Verfallsdatum, sofern sie trocken und in einem geschlossenen Behältnis aufbewahrt werden. Wenn Pigmente nass werden, können sie allerdings verklumpen und sind dann nur schwer wieder aufzureiben.
Die meisten unserer Pigmente werden in 100g- oder 1kg-Tüten geliefert. Zur Aufbewahrung bieten wir PVC-Dosen, Gläser, PE- und Blecheimer an, auf Wunsch verpacken wir die Pigmente in Dosen (gegen Aufpreis).
Farbteige
Unsere Farbteige sind mit Wasser angeteigte Pigmente. Bei der Verwendung von Farbteigen entfällt das manchmal schwierige Anteigen bei organischen Pigmenten und die Staubbildung wird vermieden. Die Pigmente werden von uns in der Kugelmühle mit Wasser angerieben, wodurch eine viel feinere Dispergierung erreicht wird als durch das Einsumpfen per Hand. Bei der Verwendung von Farbteigen ist zu beachten, dass diese immer gut verschlossen werden, da sie sonst austrocknen können und dann nicht mehr zu gebrauchen sind. Die Farbteige können nur in wässrigen Bindemitteln verwendet werden und sind nicht zum Mischen mit Ölfarben o. lösemittelhaltigen Natur- oder Kunstharzlacken geeignet!
Unsere Farbteige werden grundsätzlich abgewogen. Der Festkörpergehalt (Pigmentanteil) ist im Katalog angegeben. Der Farbteig 27160 Wismut-Vanadatgelb enthält ein sehr schweres Pigment, das sich bei längerer Lagerung absetzt und vor Gebrauch aufgerührt werden muss.
Selbstentzündung von Leinöl und anderen trocknenden Ölen
Trocknende Öle trocknen durch Aufnahme von Luftsauerstoff. Wenn man Leinöl mit Putzlappen, Papier oder Küchenrolle aufnimmt, wird die Oberfläche stark vergrößert. Dadurch wird die Trocknung beschleunigt, was zu einer Erwärmung führt. Dies kann im schlimmsten Fall zur Selbstentzündung führen. Diese Gefahr sollte man nicht unterschätzen, denn die meisten Lackfabriken sind wegen dieser Selbstentzündung abgebrannt, nicht wegen leichtentzündlichen Lösemitteln! Ölgetränkte Lappen etc. dürfen nur in geschlossenen Metalleimern aufbewahrt werden. Vor der Entsorgung sollte man die mit Leinöl getränkten Lappen ausgebreitet an der Luft trocknen lassen.
Bindemittelbedarf von Pigmenten
Jedes Pigment hat einen anderen Bindemittelbedarf, je nach Oberflächenbeschaffenheit der Teilchen kann dieser bei Öl bis zu 300% verschieden sein. Das hängt grundsätzlich von der Korngröße der Teilchen ab. So benötigt z. B. Blanc fix sehr wenig Öl, Terra di Siena und Flammruß sehr viel.
Verbrauch/Korngröße/Farbe
Kremer Pigmente bietet Pigmente in Gewichtseinheiten, meist in 100g und 1kg-Einheiten als Mindestmenge, an. Bei manchen Produkten sind sogar kleinere Mengen verfügbar. Häufig werden wir gefragt: „100 Gramm, wie viel ist das?“ 100g sind ganz einfach 100g, aber jedes Pigment hat bei gleichem Gewicht ein anderes Volumen. So nehmen 100g 47250 Flammruß etwa 5mal mehr Volumen ein als 100g Terra di Siena. Daher werden 100g Flammruß auch nicht in 100g-Tütchen verpackt sondern in einer 1kg-Tüte.
Haustiere und Farben
Manche Haustiere können einer Eitempera oder anderen Farben einfach nicht widerstehen. Grundsätzlich sollte man versuchen, Haustiere wie Hunde und Katzen von den Malfarben fernzuhalten. Auch wenn man keine giftigen Farben verwendet, können manche Verbindungen, besonders für Katzen schädlich sein.
Arbeitsschutz
Generell sollte man bei der Verarbeitung von Bindemitteln und Pigmenten beachten: bei der Arbeit nicht Essen, Trinken oder Rauchen. Malmaterialien und Lebensmittel gehören nicht auf den gleichen Tisch und nicht in den gleichen Kühlschrank, Lösemittel nicht in Wohnräume. Weder soll man Pinsel in den Mund nehmen, noch die Leinwand mit fettigen Fingern anfassen. Vor dem Essen sollte man sich die Hände waschen. Darüber hinaus helfen abgekochtes Wasser und saubere Gerätschaften, die Haltbarkeit der Farben zu verbessern!
Staubbildung von Pigmenten (auch von ungiftigen) sollte man möglichst einschränken und gegebenenfalls eine Staubmaske verwenden. Besondere Vorsicht ist bei nadeligen, faserigen oder giftigen Pigmenten geboten. Das Einatmen größerer Mengen Lösemittel kann Übelkeit, Kopfschmerzen, Benommenheit etc. verursachen, darum ist ein Atemschutz empfehlenswert. Genaue Gefahrstoffkennzeichen und die Sicherheitsratschläge sind auf den Produktetiketten abgekürzt. Ausführliche Informationen hierzu, Hinweise zum Arbeitsschutz, zur Handhabung und Lagerung zu jedem einzelnen Produkt finden Sie in den Info-Blättern und den Sicherheitsdatenblättern auf unserer Webseite.
Eignung prüfen!
Nicht jedes Pigment lässt sich in jedem Bindemitteln verarbeiten. Beispielsweise ist echte Grüne Erde zwar hervorragend für Ölfarben oder Wandfarben mit Leim, Kalk- und Kalkkasein geeignet, in Acryldispersionen oder Silikat wird die Grüne Erde klumpen, ausflocken oder fest werden. Ultramarinblau ist zwar hervorragend lichtecht, ungiftig und in vielen Techniken stabil, wird aber im Aussenbereich durch sauren Regen langsam zerstört. Organische Pigmente bieten brillanteste Farben für viele Techniken, können aber bei Anwendungen Außen oder im Nassbereich aus mineralischen Bindemitteln ausgewaschen werden. Cadmiumpigmente sind für Bauzwecke oder industrielle Anwendungen verboten, da im Brandfall giftige Gase entstehen könnten. Bitte beachten Sie die Pigment-Eignungslisten auf unserer Homepage.
Farbton von Pigmenten
Der Farbton der auf Ihrem Bildschirm sichtbaren Pigmentfotos kann vom wirklichen Farbton abweichen. Leider lassen sich die Pigmente nur mit extremem Aufwand naturgetreu drucken, daher sind sie auch im Katalog nicht abgedruckt. Zur Orientierung bietet Kremer Pigmente Farbkarten mit Original-Farbaufstrichen (in Kasein gebunden) an, allerdings kann sich der Farbton eines Pigmentes in verschiedenen Bindemitteln ändern. Beispielsweise werden die meisten Grünerden in Öl angerieben sehr dunkle Grüntöne ergeben. Der Farbton eines Pigments wird auch von der Beleuchtung beeinflusst. Den Effekt, dass ein Pigment in jedem Licht anders aussieht, nennt man Metamerie. Besonders stark tritt dies bei blauen, grünen und violetten Pigmenten zutage. Das Nachmischen von Farben, die stark metamere Pigmente enthalten, kann sehr schwierig sein. Farbsysteme nach RAL oder NCS bieten zwar eine Orientierung, geben aber keinen Aufschluss darüber, welche Pigmente oder Pigmentmischungen vorliegen. Die Kremer-Pigmente lassen sich also nur eingeschränkt RAL-Farbtönen zuordnen.
Trocknung von Ölen
Trocknende Öle wie Leinöl, Walnussöl und Mohnöl trocknen durch Oxidation, d. h. Aufnahme von Sauerstoff aus der Luft. Dieser Vorgang läuft langsam ab und kann je nach Ölsorte, Zusätzen, Verdünnung, Schichtstärke und Temperatur Tage, Wochen, Monate oder sogar Jahre dauern.
Man kann sich den Trocknungsvorgang ähnlich vorstellen wie die Hautbildung beim Abkühlen eines frisch gekochten Puddings. Da das Öl an der Oberfläche mit Sauerstoff in Kontakt kommt, bildet sich hier zunächst eine Haut, während die Farbe darunter noch weich und flüssig ist. Bei dickem Farbauftrag kann diese Haut reißen, runzeln oder bei senkrechten Flächen abrutschen.
Exotenhölzer ölen?
Kremer Pigmente gibt keine Empfehlung zum Ölen von Exotenhölzern (Bangkirai, Merbau, Massaranduba etc.). Unsere Öle sind auf den europäischen Laub- und Nadelhölzern unproblematisch, wenn man die Harzgallen bei z. B. Lärche entsprechend vorbehandelt. Manche Exotenhölzer, insbesondere von Gummibaum-artigen Gewächsen, können aber Stoffe enthalten, die das Trocknen der Öle verhindern. Das Öl bleibt dann klebrig, die Oberfläche wird fleckig und das Öl geht beim Wischen (Fußböden) auch nach Jahren noch ab. Wir raten in solchen Fällen dringend zu einem Vorversuch auf einem Probestück!
Eisenkonservierung mit Cosmoloid H 80
Cosmoloid H 80 (62800) ist ein mikrokristallines Wachs, das zur Eisenkonservierung empfohlen wird. Zum Gebrauch wird Cosmoloid in Lösemitteln gelöst.
In 1 Liter Shellsol T (70460) lösen sich 20 g Cosmoloid H 80 langsam auf. Der Lösevorgang lässt sich beschleunigen, indem man das Wachs zuerst schmilzt (bei ca. 80° C) und dann mit dem Lösemittel verrührt. Besser ist die Löslichkeit von Cosmoloid in aromatenhaltigen Lösemitteln wie Shellsol A. Das Wachs gibt eine trübe Lösung, bei längerer Lagerung setzt sich das Wachs als wolkige Masse am Boden des Gefäßes ab. Vor Anwendung gut aufrühren.
Der Schutz der Oberfläche gegen Rost ist gut, der Schutzfilm ist jedoch nicht abriebfest.

Kremer Pigments Inc. USA
Primel
Mispel