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Eisengallustinte



Die schon seit Jahrhunderten bekannte und auch heute noch am meisten benützte Schreibtinte ist die schwarze bis blau-schwarze Eisengallustinte, die wie ihr Name andeutet, im wesentlichen aus Eisensalz und Gallussäure (Gerbsäure) besteht.

Man erhält eine gute Eisengallustinte z.B. durch Auflösen von 23,4 g Tannin (Gerbsäure) (oder 7,7 g kristallisierter Gallussäure), 30 g grüner Eisen-II-sulfatkristalle, 10 g Gummiarabikum, 7 g roher Salzsäure und 1 g Ascorbinsäure in 1 Liter Wasser.

Da diese Tinte ziemlich wässrig aus der Feder fliesst und erst im Lauf einiger Tage unter Sauerstoffaufnahme schwarz wird, muss sie noch mit einem Anilinfarbstoff (z.B. Anilinblau) so gefärbt werden, dass sie sofort eine dunkle Schrift gibt. Später bleicht dieser Teerfarbstoff wieder aus, während der Eisen-Galluskomplex unter Aufnahme von Luftsauerstoff (Fe wird dabei dreiwertig) langsam in eine schwarz, Jahrhundert überdauernde Verbindung übergeht, die wie ein waschechter Farbstoff auf der Papierfaser gebeizt wird.

Der Ascorbinsäurezusatz soll Schimmelbildung verhüten; stattdessen könnte man auch Salicylsäure verwenden. Das Gummiarabikum hemmt die vorzeitige Ausflockung der färbenden Eisen-Gerbsäure-Verbindung und bewirkt, dass die Tinte schon im Gefäss Sauerstoff aufnimmt und die färbenden Stoffe sich als unlösliche Niederschläge ausscheiden.

Wichtige Staatverträge müssen stets mit der beständigen Eisengallustinte geschrieben werden. Das erste chemische Reagens der Weltgeschichte ist nach Kopp (1843) ein Galläpfelextrakt gewesen. Mit diesem hat schon Plinius vor rund 2000 Jahren im alten Rom Eisen nachgewiesen. Es entstand bei dieser Nachweisreaktion eine primitive Eisengallustinte.